Mallorca im Frühling
09.03.-17.03.2018

 

Wir wollten dieses Jahr im Frühling noch eine Woche verreisen, in ein Land in dem es schon wärmer ist und man draußen wandern und Sport machen kann. Nach einigen Recherchen wurde uns Mallorca empfohlen. Wir wären selber nicht direkt auf die Idee gekommen, Mallorca zu bereisen, da in unseren Köpfen ein vorbelastetes Bild von „Malle“ vorgeherrscht hat. Je mehr wir uns mit dem Land, den Angeboten und dem mediterranen Lifestyle beschäftigt haben, desto mehr bekamen wir Lust es wirklich live zu erleben.
Am 9.03. sind wir dann morgens auf der Insel gelandet. Zu unserer Überraschung war das Wetter sehr nebelig, auch als wir mit unserem Mietwagen zu den ersten Spots gefahren sind, war es teilweise so nebelig, dass man kaum weiter als wenige Meter sehen konnte. Als wir durch eine kleine nette Stadt gefahren sind, haben wir spontan ein Stopp gemacht und sind durch die Straßen Randa`s geschlendert. Die Stadt war total ausgestorben aber wunderschön, so natürlich und ursprünglich. Die schmalen Straßen haben uns zu einem Garten mit Orangenbäumen, zu einem Brunnen und zu einem älteren Mann geführt. Dieser saß auf dem Boden und hat seelenruhig einen Stein bearbeitet. Immer wieder „tock, tock“ vor sich hin. Er hat so eine Ruhe und Zufriedenheit ausgedrückt, was Max in seinem Bild festhalten konnte. Dieser Ort hat uns sehr gefallen, auf unserer weiteren Reise haben wir noch oft an ihn und die Begegnung gedacht.
Ein schmaler Bergweg hat uns immer höher geführt, der Nebel war nach wie vor sehr dicht, sodass man nur den Weg vor sich erkennen konnte, nicht wie es rechts unten aussieht oder nach links oben wohin man fährt. Gott sei Dank ist uns kein Auto entgegen gekommen, da trotz der zweispurigen Fahrbahnmarkierung, sich nur ein Auto auf dem schmalen Bergweg hochschlengeln konnte. Oben angekommen haben wir ein wunderschönen Klostergarten entdeckt, friedlich in Nebel gebettet. Unsere ersten Eindrücke von Mallorca waren sehr verwunschen und positiv. Nachmittags haben wir von unserem Hotel aus noch einen Spaziergang an der Strandpromenade gemacht. Dabei sind uns die Spuren des Tourismus, des Konsums und der Party- Bars deutlich geworden. Auch haben wir eine Seniorenresidenz mit lauter braun gebrannten Menschen auf dem Weg beobachtet, die wie Sardinen nebeneinander in der Sonne gelegen haben. Der erste Tag voller Wiedersprüche und Eindrücke ist dann mit einem leckeren Abendessen zu Ende gegangen.
Die nächsten Tage haben wie die Insel rundherum bereist. Hierfür haben wir eine Map angelegt mit Spots und sind jeden Tag in eine andere Richtung der Insel aufgebrochen. Dabei haben wir bunte Märkte, einsame und verlassene Städte, mediterrane Impressionen, Fischerhäfen und Bergdörfer gesehen. Besonders ist auch aufgefallen, dass Mallorca katholische geprägt ist. Im Stadtkern der Dörfer gibt es immer eine Kirche, die voller Prunk, Altären, Kerzen und mit Figuren geschmückt wird. Besonders eindrucksvoll war für uns dabei der Spruch den eine Frau in ein ausgelegtes Buch geschrieben hat „Mein Gott sieht anders aus. Nicht so voller Prunk!“ Das unsere Gedanken auf den Punkt gebracht, den wir beim Betreten der Kirche hatten. Lauter Gold, Prunk, Schmuck und Farben, jedoch was steckt dahinter?
Das haben wir uns auch gefragt, als wir Palma besucht haben. Der Stadtkern mit der Kathedrale und dem Meer ist wunderschön, sauber, herausgeputzt und für die Touristen zu Vorzeigen bereit. Je weiter man sich vom Inneren Palmas entfernt, desto heruntergekommener und fertiger waren die Häuser und Gassen. Auch haben wir in Palma viele Bettler und Obdachlose gesehen, die augenscheinlich am Limit leben. All das gehört auch zu einer populären Stadt wie Palma.
Viel besser hat es uns in der Stadt Valdemossa gefallen. Diese Stadt haben wie sogar zwei Mal besucht, da es einfach schön dort war. Wir haben ein leckeres selbstgemachtes Eis gegessen, sind durch die schönen Gassen geschlendert und haben in den Gassen Blumen, süße kleine Cafés und Läden entdeckt. Genau so haben wir uns den mediterranen Lifestyle vorgestellt. Am Ende einer Gasse standen wir auf einmal auf einer Art Balkon, der eine wunderschöne Sicht auf die Stadt und die Terrassengärten preisgegeben hat.
Ein Highlight war am Ende unserer Reise ein Bauernmarkt in Sieu. Hier gab es eine große Auswahl an Tontellern und Töpfen, Obst und Gemüse der Insel, Fisch und würzige Salami, selbstgebackenes Brot und frisch gemachte Kartoffelchips. Besonders schön war die Begegnung mit einem älteren Mann, der selbstangebaute Orangen verkauft hat. Sein Stand hat sich deutlich von den anderen unterschieden, da er ganz schlicht und einfach war. Jedoch hat der Mann so eine positive Ausstrahlung gehabt, die das alles wettgemacht hat. Ich durfte ein Stück der Orange probieren, die war so köstlich süß und saftig! Natürlich haben wir uns daraufhin eine gekauft und sind mit einem Lächeln weitergelaufen. Mallorquinische Mandeln, selbstgebackene Olivenbrötchen und die Kartoffelchips haben wir gekostete. Max hat viele Marktmomente festhalten können, wie Menschen zusammen kommen, ein Schwätzchen halten und lokales Esseneinkaufen. Unserer Nase nach, haben wir Stallgeruch wahrgenommen und standen auf einmal zwischen Gehegen mit Hühnern, Tauben, Wachteln und Häschen. Hier wurden tatsächlich lebendige Tiere verkauft und es wurde lautstark verhandelt. Die Gerüche, das bunte Treiben und die Begegnungen haben uns sehr gut gefallen, daher können wir diesen Markt nur weiterempfehlen!
Jedoch war unser Urlaub nicht nur gefüllt mit Sightseeing, sondern auch schönen Spaziergängen und unserer täglichen Schwimmeinheit. Es war schön die Steinküsten und das türkisfarbene Meer zu sehen, die Kathedrale von Palma und die Sehenswürdigkeiten der Insel. Jedoch haben uns die kleinen Städte fernab der Touristenhighlights, die Begegnungen mit den Einheimischen und kulinarischen Snacks am besten gefallen. Nehmt euch Zeit, weg von den großen Straßen der Insel zu fahren, fragt nach Tipps der Einheimischen und saugt die Sonne und die mediterrane Ruhe mit auf.

Foto: Max Bader Text: Katharina Schmideder